PRESSEBERICHTE

 

Badische Zeitung vom Dienstag, den 10. Juli 2007

Viel Sonnenschein beschert "sonnige" Bilanz

Bürger-Sonnen-Kraftwerk auf den Schulhausdächern übertraf kalkuliertes Soll

MÜNSTERTAL (eg). Die zahlreichen Sonnenstunden im vergangenen Jahr bescherten auch dem Bürger-Sonnen-Kraftwerk auf den Dächern der Abt-Columban-Schule eine "sonnige" Bilanz, wie bei der jüngsten Gesellschafterversammlung deutlich wurde. Die ursprünglich veranschlagte Leistung wurde übertroffen, so dass die Jahresbilanz 2006 positiv ausfiel.

Seit Mai 2005 wandelt die auf den drei Dächern der Abt-Columban-Schule installierte Photovoltaikanlage Sonnenenergie in umweltfreundlichen Strom um und hat inzwischen ihre Bewährungsprobe bestanden. Initiiert wurde das Projekt seinerzeit durch die Lokale Agenda, jedoch wurde die Anlage selbst ausschließlich durch Bürger finanziert, die sich zu einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts zusammengeschlossen haben und die Investitionskosten von etwa 280000 Euro aufbrachten.

In der jüngsten Gesellschafterversammlung des "Bürger-Sonnen-Kraftwerks" stellten die ehrenamtlich tätigen Geschäftsführer das Ergebnis für das Jahr 2006 vor, das, wie bereits schon für 2005, die Erwartungen der 113 Gesellschafter in vollem Umfange erfüllte. Die "Macher", Thomas Wiesler und Lothar Wolf, sowie Steuerberater Christian Sander erläuterten den Anteilseignern die Einzelheiten des Jahresabschlusses 2006 und

Strom aus Münstertal: Die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Abt-Columban-Schule lieferte im vorigen Jahr rund 50.000 kWh, die ins öffentliche Netz eingespeist wurden.

Foto: BKS


erklärten, dass im vergangenen Jahr über sechs Prozent mehr Strom erzeugt werden konnte als prognostiziert. Die Gesamtleistung von Januar bis Dezember betrug rund 50000 kWh, die gegen Vergütung in das öffentliche Netz eingespeist wurden. Dabei erwies sich der Monat Juli als "bester Stromlieferant", während der März "Schlusslicht" war. Auch im Jahr 2007 liege man bisher über dem kalkulierten Soll.

Christian Sander stellte die Gewinn- und Verlustrechnung für das vergangene Geschäftsjahr vor, die entsprechend der guten Strombilanz ebenfalls positiv ausfiel und mit einem Gewinn abschloss. Der Jahresabschluss wurde einstimmig genehmigt, so dass die Gesellschafter in absehbarer Zeit mit der Gewinnausschüttung rechnen können. Sie beinhaltet neben dem Gewinnanteil auch eine Kapitalrückzahlung für die Einlage.

Maßgebend für das gute Geschäftsergebnis war neben viel Sonnenschein auch die Tatsache, dass die Solaranlage ausschließlich durch die Beteiligung der Bürger finanziert werden konnte und Kredite nicht in Anspruch genommen werden mussten. Mit diesem modellhaften "Bürger-Sonnen-Kraftwerk" ist es möglich, Strom ohne Klimabelastung schadstofffrei zu produzieren und damit einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, der darüber hinaus auch noch einen Ertrag abwirft. Sowohl den ehrenamtlichen Geschäftsführern Wiesler und Wolf als auch dem für die Finanzen verantwortlichen Steuerberater Christian Sander wurde für ihre Tätigkeit Dank und Anerkennung ausgesprochen und der Hoffnung auf weitere "sonnige Aussichten" Ausdruck gegeben.

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Badische Zeitung vom Mittwoch, den 26. April 2006

Erwartungen der Anteilseigner erfüllt

Solarkraftwerk auf den Schuldächern wirft bereits Gewinn ab

MÜNSTERTAL (eg). Zu einem „Zentrum“ zur Erzeugung von regenerativen Energien hat sich die Abt-Columban-Schule entwickelt. Während im Keller der Schule eine neue Hackschnitzelanlage ihren Probebetrieb aufgenommen hat, liefert die Photovoltaikanlage auf den Schuldächern bereits seit Mai 2005 Strom aus Sonnenenergie mit positiver Bilanz: rund 37000 Kilowattstunden (kWh) wurden bereits erzeugt - mehr als geplant.

In der jüngsten Gesellschafterversammlung informierte die ehrenamtlich tätige Geschäftsführung über das Ergebnis des ersten Betriebsjahres, das die Erwartungen der Anteilseigner erfüllte, zumal sie mit einer Gewinnausschüttung und einer Kapitalrückzahlung rechnen können.

Die Finanzierung der Anlage erfolgte ausschließlich durch Einlagen der Bürger. Geplant war ursprünglich eine 34 Kilowattanlage (kW), die jedoch aufgrund des großen Interesses an einer Beteiligung erhöht und auf 52 kW ausgelegt werden konnte. Maßgebend hierfür war auch die Tatsache, dass die gelieferten Module eine höhere Leistung aufwiesen, so dass für die Erweiterung des Solarkraftwerkes ein drittes Schuldach in Anspruch genommen werden musste.

Die ehrenamtlichen Geschäftsführer Lothar Wolf und Thomas Wiesler erläuterten den Gesellschaftern zunächst die Gesamtinvestitionen in einem Umfang von 280000 Euro und konnten darauf verweisen, dass die installierte Solaranlage umweltfreundlichen Strom aus Sonnenenergie produziert, wobei das Ergebnis leicht über dem prognostizierten Umfang liegt. Gerechnet wurde mit einer Jahresleistung von 900 kWh pro Jahr und kWp, die jedoch trotz eines „mittelmäßigen Sonnenjahres“ überschritten wurde.

Aus diesem Grunde konnte den Gesellschaftern eine positive Jahresbilanz vorgelegt werden, aus der hervorging, dass die Beteiligung an dem Bürgerprojekt „Sonnenkraftwerk“ eine gute und sinnvolle Geldanlage darstellt, die nicht nur dazu dient, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, indem Strom umweltfreundlich ohne Schadstoffe produziert wird, sondern die auch noch einen Ertrag abwirft. Seit Inbetriebnahme der Anlage wurden bis zum Jahresende 32000 kWh Strom erzeugt und gegen Vergütung in das öffentliche Netz eingespeist.

Steuerberater Christian Sander erläuterte die Jahresabschlussbilanz , die mit einem steuerlichen Gewinn abgeschlossen werden konnte und einstimmig genehmigt wurde. Genehmigt wurde auch die vorgeschlagene Ausschüttung der Rendite und Kapitalrückzahlung, wobei mit Genugtuung vermerkt wurde, dass bereits das erste Solarjahr erfolgreich verlief. Maßgebend hierfür war, dass zur Finanzierung der Anlage kein Fremdkredit in Anspruch genommen werden musste.

Die höchste Leistung erbrachte die Solaranlage naturgemäß in den Sommermonaten, während der vergangene Winter mit dem vielen Schnee, der auf den Dächer lag, die Stromerzeugung drosselte.

Aufgrund der guten Ergebnisse war es keine Frage, dass den Geschäftsführern Lothar Wolf und Thomas Wiesler einstimmig Entlastung erteilt und ihnen für ihre ehrenamtliche Tätigkeit Dank und Anerkennung ausgesprochen wurde.

Die von Rainer Schraml erstellte und in der Versammlung präsentierte Internetseite fand die ungeteilte Zustimmung der Gesellschafter.

Info: www.bsk-muenstertal.de

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Badische Zeitung vom Mittwoch, den 6. April 2005

Bürger finanzieren Sonnenkraftwerk
Interesse an Beteiligung größer als erwartet – Schuldächer sollen 30.000 kWh Strom liefern

MÜNSTERTAL (eg). Die Sonnenenergie boomt auch im Münstertal. Was jedoch viele nicht für möglich gehalten haben, ist eingetreten: die geplante Solarstromanlage auf 2 Dächern der Abt-Columban-Schule ist durch Einlagen der Bürger bereits voll finanziert. Mit dem Bau kann daher noch in diesem Monat begonnen werden.

Das, was in vielen anderen Bereichen Schwierigkeiten bereitet, war für den Arbeitskreis „Bebauung, Verkehr und Energie“ der Lokalen Agenda kein Problem, nämlich die Finanzierung der geplanten Photovoltaik-Solarstromanlage auf zwei Dächern der Abt-Columban-Schule. Die Idee des Arbeitskreises, auf den Schulhausdächern eine Solarstromanlage zu errichten und diese durch die Bürger zu finanzieren, steht kurz vor der Verwirklichung.

Nach entsprechender Vorbereitung durch den Arbeitskreis und ihre Vertreter Thomas Wiesler und Lothar Wolf wurde im November 2004 die „Bürger-Sonnen-Kraftwerk Münstertal GbR“ von 49 Interessenten gegründet. Innerhalb der Zeichnungsfrist für die Beteiligung an der Gesellschaft wurden von 100 Personen, überwiegend Bürger der Gemeinde, die notwendigen Anteile gezeichnet und einbezahlt.

Sonnenkraft geht bei den 2. Energietagen im Mai ans Netz

Damit war die Finanzierung der 36 kW-Solarstromanlage vollständig durch Eigenkapital sichergestellt, so dass der Verwirklichung ohne Fremdmittel nichts mehr im Wege steht.
Damit können die in Aussicht genommenen zwei Schuldächer mit ihren 340 Quadratmeter Fläche mit Solarzellen ausgestattet und ausschließlich mit Eigenmittel finanziert werden. Das große Interesse der Bevölkerung macht es daher möglich, umweltfreundlichen Strom durch Sonnenkraft zu produzieren und dieses Sonnenkraftwerk damit als Geldanlage zu betrachten.

Nach der jüngsten Sitzung des Agenda-Arbeitskreises wurde die Maßnahme inzwischen ausgeschrieben, so dass noch in diesem Monat mit der Installation begonnen und die Inbetriebnahme bei den geplanten 2. Münstertäler Energietagen am 21./22. Mai vorgenommen werden kann.
Eine Anzeigetafel in der Abt-Columban-Schule soll insbesondere den Schülern aktuelle Daten über die Menge des erzeugten Stromes, seine Einspeisung in das Stromnetz und ähnliche Informationen liefern, wobei diese Daten auch über das Internet von Jedermann abgerufen werden können.

Das Interesse der Öffentlichkeit an einer Beteiligung an der Solarstromanlage ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass damit gleichzeitig auch ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet werden kann und dass für den erzeugten „Sonnenstrom“ eine Einspeisevergütung aufgrund des Erneuerbaren Energiegesetzes garantiert ist, die aktuell 54,5 Cent je kWh beträgt. Die Gesellschaft rechnet daher auch damit, dass die jährliche Rendite vier Prozent zuzüglich einer jährlichen Kapitalrückzahlung betragen wird, so dass nach etwa drei Jahren eine Gesamtausschüttung von 6,5 Prozent erwartet werden kann, was eine attraktive Geldanlage bedeutet.

Mit der bisher geplanten Anlage auf den beiden Schuldächern können jährlich etwa 30.000 kWh Strom erzeugt und an das öffentlich Netz abgegeben werden. Die Initiatoren des Bürger-Sonnenkraftwerks Münstertal, Wiesler und Wolf, bezeichneten es als besonders erfreulich und überraschend, dass sich so viele Bürger an dem Projekt beteiligen, so dass ohne Fremdmittel eine Verwirklichung dieses bemerkenswerten und umweltfreundlichen Vorhabens möglich ist.

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Badische Zeitung vom Mittwoch, den 17. November 2004

Der Grundstein ist gelegt
Gründung der Bau- und Betreibergesellschaft "Bürger-Sonnen-Kraftwerk Münstertal"



In Münstertal wurde die Gesellschaft "bürger-sonnen-kraftwerk" gegründet, die auf den Dächern der Abt-Columban-Schule eine Fotovoltaikanlage errichtet.
MÜNSTERTAL (eg). Mit der Gründung der Gesellschaft "Bürger-Sonnen-Kraftwerk Münstertal" ist die Voraussetzungen zum Betrieb der geplanten Fotovoltaikanlage auf den Dächern der Abt-Columban-Schule geschaffen. 49 Bürger haben sich bei der Gründungsversammlung bereit erklärt, der Gesellschaft beizutreten, die sich auch schon über zahlreiche Beteiligungseinlagen freuen kann.


Thomas Wiesler als Sprecher des Lokalen Agenda-Arbeitskreises "Bebauung, Verkehr, Energie" verwies zunächst auf die knapper werdenden Energievorräte der Erde, weshalb es notwendig sei, erneuerbare Energien künftig verstärkt zu nutzen, wozu insbesondere auch die unerschöpfliche Energiequelle Sonne zähle. Der Agenda-Arbeitskreis habe daher die Errichtung einer Solarstromanlage auf den Schuldächern vorgeschlagen, um dadurch ohne Umweltbelastung Strom zu erzeugen (die BZ berichtete).

Mitinitiator Lothar Wolf erläuterte technische Details der geplanten 34-Kilowatt-Fotovoltaikanlage. Die vorhandenen südlich ausgerichteten Dächer der Columban-Schule seien hierfür optimal geeignet; die Anlage sei auf 20 Jahre ausgelegt und koste etwa 175 000 Euro netto. Der erzeugte Strom werde in das öffentliche Netz eingespeist, wofür eine gesetzlich festgelegte Vergütung von 54,5 Cent gezahlt wird.

Steuerberater Christian Sander erläuterte die vorgesehene Gesellschaftsform, die als Gesellschaft Bürgerlichen Rechts (GbR) vorgesehen sei und als "Bürger-Sonnen-Kraftwerk Münstertal" firmiere. Die Finanzierung der Anlage soll durch Einlagen von interessierten Bürgern in Höhe von mindestens 500 Euro erfolgen. Die Haftung beschränke sich auf das Einlagekapital und das Gesellschaftsvermögen. Nach den Worten des Steuerfachmannes werde sich die Rendite auf voraussichtlich vier Prozent des Einsatzes zuzüglich einer jährlichen Kapitalrückzahlung belaufen, so dass nach drei Jahren eine Gesamtausschüttung von 6,5 Prozent zu erwartet sei. Sofern beide Dachflächen mit Solarzellen ausgestattet werden können, sei mit einer jährlichen Stromerzeugung von etwa 30 000 kWh zu rechnen, was einem Jahresertrag von über 16 000 Euro entspreche.

Rechtsanwalt Ralf Hofmann stellte den Gesellschaftsvertrag vor. Danach werde die Gesellschaft von zwei gleichberechtigten Gesellschaftern vertreten, deren Amtszeit jeweils 5 Jahre betrage und die von der Gesellschafterversammlung zu wählen sind. Die Geschäftsführer seien ehrenamtlich tätig und erhalten keine Vergütung. Die Grundsatzentscheidungen treffe die Gesellschafterversammlung als wichtigstes Organ. Eine Mitgliedschaft in der Gesellschaft ist jedermann offen, als Stichtag für den Beitritt und die Anteilszeichnung wurde der 31. Januar 2005 festgelegt.

Zu ehrenamtlichen Geschäftsführern wurden die Initiatoren Lothar Wolf und Thomas Wiesler einstimmig gewählt. Ihnen stehen als fachkundige Berater Rechtsanwalt Ralf Hofmann und Steuerberater Christian Sander zur Seite.

Nach Ablauf der Zeichnungsfrist wird über die endgültige Größe der Anlage entschieden und der zeitliche Installationsablauf festgelegt. Ziel ist es, im April/ Mai des kommenden Jahres mit der Installation zu beginnen, damit die Anlage bei den geplanten 2. Münstertäler Energietagen Ende Mai durch Bürgermeister Peter Jehle in Betrieb genommen werden kann.

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Badische Zeitung vom Freitag, den 8. Oktober 2004
Sonnenkraft bringt Rendite

Lokale Agenda informiert über Solaranlage auf dem Schuldach / Finanzierung durch die Bürger
Von unserem Mitarbeiter Eberhard Gross

MÜNSTERTAL. Akut wird in Münstertal die Verwirklichung des von der Lokalen Agenda-Gruppe initiierten "Bürger-Sonnenkraftwerks" auf den Dächern der Abt-Columban-Schule. Die etwa 200 000 Euro teure Anlage soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen und durch Beteiligung der Bürger finanziert werden.

Nicht nur renditeträchtig soll sie werden, die vom Arbeitskreis "Bebauung, Energie und Verkehr" vorgeschlagene Solarstromanlage auf den Dächer der Abt-Columban-Schule, sondern auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Für Interessenten ist jedenfalls ab sofort der Weg für eine Beteiligung an diesem Projekt frei, wie bei der kürzlichen Informationsveranstaltung deutlich gemacht wurde.

Wenn das Vorhaben Wirklichkeit wird, woran der Agenda-Arbeitskreis um die Initiatoren Thomas Wiesler und Lothar Wolf keinen Zweifel hat, dann wird der bisherige Anblick der dem Neumagen zugewandten und nach Süden ausgerichteten Ziegeldächer der beiden Schulgebäude bald der Vergangenheit angehören.

Nach umfangreichen Vorarbeiten wurde das vorgeschlagene "Bürger-Sonnenkraftwerk" (die BZ berichtete bereits) in der Schulaula der Öffentlichkeit vorgestellt, wobei die Veranstaltung auf großes Interesse stieß.

Thomas Wiesler als einer der Agenda-Sprecher machte zunächst mit den Zielen der Agenda 21 bekannt und verwies auf die knapper werdenden Energievorräte der Erde, weshalb erneuerbare Energien künftig verstärkt genutzt werden müssten. Hierzu zähle insbesondere die Sonnenenergie, die in unerschöpflichem Maße zur Verfügung steht.

Einspeisung des erzeugten Stroms in das öffentliche Netz

Mitinitiator Lothar Wolf stellte den Werdegang des Vorhabens vor, das zwischenzeitlich auch vom Gemeinderat befürwortet wurde. Er erläuterte die technischen Einzelheiten der Solaranlage. Die Montage erfolge über dem vorhandenen Ziegeldach, das sich in einwandfreiem Zustand befinde. Die nach Süden ausgerichteten Dächer seien optimal für die notwendige Besonnung. Bauliche Eingriffe in die Schule seien nicht notwendig, die Einspeisung des erzeugten Stromes in das öffentliche Netz erfolge im Keller der Schule und bereite keine technischen Probleme.

Die geplante Anlage hat eine Leistung von 34 Kilowatt (kW), wofür die vorhandenen etwa 340 Quadratmeter Dachfläche ausreichen. Damit können etwa 900 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr und kW erzeugt werden, was ein jährlicher Stromertrag von circa 30 000 kWh bedeutet. Dieser Strom wird nicht selbst verbraucht, sondern in das öffentliche Netz verkauft.

Steuerberater Christian Sander beleuchtete die finanzielle Seite des Vorhabens. Ein Novum stellt dabei die Tatsache dar, dass die Solaranlage durch die Beteiligung der Bürger oder Betriebe finanziert werden soll, um dem Begriff "Bürger-Sonnen-kraftwerk" gerecht zu werden. Sander verwies auf die Notwendigkeit der Gründung einer Beteiligungsgesellschaft als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) als die hierfür geeignete Rechtsform. Die Gesellschaft sei kein Steuersparmodell, sondern ein gewinnorientierter Gewerbebetrieb mit Vorsteuerabzugsmöglichkeit. Die Gesamtinvestitionen wurden mit 200 000 Euro brutto (172 400 Euro netto) angegeben. Für die Einspeisung des erzeugten Solarstroms wird ab 2005 eine gesetzlich garantierte Vergütung von 54,5 Cent pro kWh gezahlt, so dass die Gesamtvergütung jährlich 16 600 Euro beträgt. Die jährliche Einspeisevergütung ist für 20 Jahre garantiert, auch wenn die Lebensdauer der Anlage länger sein dürfte. Sander rechnet mit einer Anfangsausschüttung von fünf Prozent, die sich nach etwa drei Jahren auf 6,5 Prozent erhöhen dürfte. Diese Ausschüttung setzt sich aus der Rendite der Anlage mit circa vier Prozent und einer jährlichen Kapitalrückzahlung zusammen. Die Finanzierung des Projekts soll durch Beteiligung der Bürger erfolgen, wobei die kleinste Stückelung 500 Euro beträgt.

Die Initiatoren für das Sonnenkraftwerk hoffen, dass sich zahlreiche Interessenten mit einer Einlage an der Finanzierung beteiligen. Die empfielt sich auch für solche Bürger, die keine oder nur eingeschränkte Möglichkeit haben, eine eigene Solarstromanlage selbst zu verwirklichen, jedoch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen. Das weitere Vorgehen - unter anderem die Gesellschaftsgründung - soll in absehbarer Zeit festgelegt werden.

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Badische Zeitung vom Dienstag, den 28. September 2004
Lokale Agenda plant ein Bürger-Sonnenkraftwerk
Solarstrom vom Schulhausdach / Morgen Info-Veranstaltung
Von unserem Mitarbeiter Eberhard Gross



Wie dieser Landwirt auf seinem Scheunendach durch Sonnenenergie Strom erzeugt, soll auch auf den Dach der Abt-Columban-Schule ein Sonnenkraftwerk entstehen.
MÜNSTERTAL. Die vom Arbeitskreis "Bebauung, Verkehr und Energie" der Lokalen Agenda vorgeschlagene Solarstromanlage auf dem Dach der Abt-Columban-Schule tritt nunmehr in eine entscheidende Phase und soll in Kürze der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das Sonnenkraftwerk soll insbesondere durch Beteiligung der Bürger finanziert werden, die entsprechend ihrer Beteiligung auch an der Rendite partizipieren werden.


Nach den erfolgreichen 1. Münstertäler Energietagen im vergangenen Jahr und dem Anstoß für eine Holz-Hackschnitzelanlage für die Ortsmitte, hat die Agenda-Arbeitsgruppe mit ihren Sprechern Lothar Wolf und Thomas Wiesler zu Beginn dieses Jahres vorgeschlagen, auf den Dächern der genannten Schulgebäude eine Photovoltaikanlage zu errichten, um durch die Umwandlung von Sonnenlicht Strom zu erzeugen. Nachdem der Gemeinderat das Vorhaben grundsätzlich begrüßt und beschlossen hat, die Dächer der Schulgebäude hierfür zur Verfügung zu stellen, ist das Vorhaben inzwischen in ein akutes Stadium getreten.

Geplant ist die Errichtung einer Solarstromanlage von etwa 34 Kilowatt (kW) oder Kilowatt-Peak (kWp). Für eine Leistung von 1 kW wird eine Dachfläche von etwa 10 Quadratmetern benötigt, sodass für die erforderlichen 340 Quadratmeter die beiden Dachflächen ausreichen würden. Mit einem "Sonnenkraftwerk" in dieser Größe könnten etwa 900 Kilowattstunden pro Jahr und kW-Leistung erzeugt werden, was einem jährlichen Stromertrag von rund 30 000 kWh entspricht. Die Investitionskosten würden bei etwa 180 000 Euro liegen.

Einspeisung des erzeugten Stroms ins öffentliche Netz

Diese Kosten will der Arbeitskreis im Laufe der Jahre wieder hereinholen durch den Verkauf des erzeugten Stromes und Einspeisung in das öffentliche Netz. Entsprechend dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz beträgt die Vergütung hierfür ab dem kommenden Jahr 54,5 Cent pro kWh, sodass mit einer jährlichen Rückvergütung von rund 16 300 Euro gerechnet werden kann. Die Stromabnahme und die jährliche Vergütung sind auf die Dauer von 20 Jahren gesetzlich garantiert.

Ein Novum ist die Finanzierung der Solaranlage überwiegend durch die Beteiligung der Bürger. Die Planung, der Bau und der laufende Betrieb soll über eine noch zu gründende Betreibergesellschaft erfolgen. Die Initiatoren der Bürger-Solardächer auf der Abt-Columban-Schule gehen dabei von einer Mindestbeteiligung von 500 Euro aus, wobei eine Beteiligung von 1000 Euro etwa den Kosten eines Moduls entsprechen würde. Jedoch nicht nur Privatpersonen, sondern auch Firmen und Vereinen wird die Möglichkeit einer Beteiligung geboten.

Der Agenda-Arbeitskreis veranstaltet morgen, Mittwoch, 29. September, 20 Uhr, in der Aula der Abt-Columban-Schule einen Informationsabend für alle Interessenten. Dabei wird sowohl das Gesamtvorhaben vorgestellt als auch die technische Anlage erläutert und Auskunft gegeben über die finanziellen Angelegenheiten mit Beteiligung an der künftigen Gesellschaft. Außerdem werden die mit dem Bau und dem Betrieb zusammenhängenden rechtlichen Fragen ebenso besprochen wie die steuer-und versicherungsrechtlichen Zusammenhänge. Wenn alles planmäßig läuft, soll das Vorhaben im kommenden Jahr verwirklicht werden.

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